Eine Begegnung im Mai – Von Maikäfern und einem verrückten Makrofotografen


Ich kann mich kaum noch erinnern, wann ich das letzte Mal Maikäfer gesehen habe. Ich denke, dass das letzte Mal in meiner Kindheit gewesen sein muss. Schon Ende April sah ich vereinzelt Maikäfer in unserem Garten und so sollte es im Mai weitergehen.

Da Maikäfer relativ langsam fliegen, beschloss ich Anfang Mai gleich mal mein Glück mit einigen Flugaufnahmen zu machen. Zunächst beobachtete ich einen Maikäfer, der immer wieder zwischen zwei Blumenkübeln umherflog. Ich stellte eine Lichtschranke auf und positionierte die Kamera mit zwei Blitzgeräten parallel dazu. Diese beiden Blitzgeräte sollten später den Maikäfer beleuchten. Zwei weitere Blitzgeräte stellte ich auf den Boden, um den Hintergrund zu beleuchten. Doch zunächst verschob ich die Blumenkübel so, dass der spätere Hintergrund auch bei starkem Abblenden (Blende 16) noch gut aussah.

Sobald nun der Maikäfern durch die Lichtschranke flog, wurde die Kamera ausgelöst. Zunächst musste ich also auf die Ebene der Lichtschranke fokussieren. Dies führte aufgrund der Auslöseverzögerung der Kamera allerdings nicht zu scharfen Portraits. Aber mit nur 2 weiteren Testbildern, hatte ich dann das scharfe Porträt im Kasten:

Maikaefer04
Flugportrait einer Maikäfers kurz nach dem Start.

Nun hatte ich mich der Ehrgeiz gepackt

Durch dieses mit halbwegs sinnvollem Aufwand erreichte Ergebnis beflügelt, wollte ich den Käfer nun auch von der Seite im Flug fotografieren. Also ordnete ich die Lichtschranke so an, dass sie etwa parallel zur Aufnahmeachse stand. Da die Lichtschranke durch Reflexion funktioniert, war auch keine “Gegenseite” im Spiel, die später aus der Hintergrund hätte heraus retuschiert werden müssen. Nun hatte ich natürlich noch das Problem, wie ich fokussieren muss. Denn nun gibt die Lichtschranke nicht mehr die Entfernung zur Kamera an, sondern die Position im Bild!

Mit Trial & Error zum Ziel

Die Lösung war recht einfach gehalten, aber wie sich später herausstellte natürlich doch eher “Trial & Error”: Ich legte auf den zweiten Blumenkübel eine leuchtende LED-Taschenlampe, durch die sich die Maikäfer anlocken lassen.

Gesagt getan – erstes Bild: unscharf, zweites Bild: unscharf, drittes Bild: unscharf…

Jedes Mal veränderte ich die Fokusebene einwenig, damit der Kopf scharf wurde. Nach etwa 10 Aufnahmen stellte ich fest, dass der Maikäfer natürlich nicht immer auf der gleichen Flugbahn flog. Also stellte ich das Refokussieren ein und machte einfach Aufnahmen mit einer abgeschätzten Entfernungseinstellung. Nach nicht ganz 15 weiteren Aufnahmen, war der “Treffer” dann dabei. Ich probierte es dann noch einige Male, aber ich beschloss dann den Maikäfern in Ruhe zu lassen.

Maikaefer05
Von der Seite im Flug.

Diese beiden Bilder finden Sie auch in der Galerie der Käfer.

Lesen Sie in Kürze mehr zu den Maikäfern, denn mit dieser Fotosession endete die Maikäfer Saison 2016 noch nicht!

COMMENTS

  1. Stefanie 

    Hallo Björn,
    auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, wollte ich trotzdem einen Kommentar abgeben. Ich finde es immer wieder toll wie Du hier oder in anderen Artikeln Deine tricks erklärst. Mal abgesehen von diesen beiden umwerfenden Aufnahmen!

  2. Pingback: Björn K. Langlotz Naturfotografie – Leider ohne Frostschutz – Von Maikäfern und einem verrückten Makrofotografen Teil II

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